WordPress SEO Grundlagen

Heute gibt es von mir eine kleine Anleitung worauf Sie achten müssen, wenn Sie Ihren Blog für Suchmaschinen optimieren wollen.

Aber vorher ein kleiner Hinweis:

Dieser Artikel darf in voller Länge oder Auszugsweise kopiert und auf anderen Websites veröffentlicht werden. Ich habe allerdings eine Bedingung: Sie setzen einen dauerhaften dofollow Link zur Startseite der www.smartmedia.berlin unter Erwähnung meines Namens (Wolfgang Brand) als Autor.

Und los geht’s:

Warum bloggen Sie?

Viele Leute bloggen nur zum Spaß. Warum auch nicht. Es macht bestimmt Spaß, die süße eigene Katze so oft wie möglich abzulichten und jedem damit auf den Keks zu gehen. Aber hey, wer das mag, nur zu! Das ist cool und Sie brauchen den Rest des Artikels nicht mehr zu lesen. Manche Katzenbilder sind ja wirklich ganz nett.

Das sind aber nicht die Leute, an die sich dieser Artikel richtet. Schauen wir uns mal an für was man sonst noch ein Blog betreibt. Hier die wahrscheinlich wichtigsten Gründe:

  • Besser in Google gefunden werden
  • Sprachrohr des Unternehmens
  • Vernetzung und neue Kontakte
  • Präsenz in Sozialen Medien
  • Positionierung als Experte in der Zielgruppe
  • Direkte Kommunikation mit Kunden und Märkten
  • Marktforschung / Marktmeinungen
  • Neukundengewinnung mit wenig finanziellem Aufwand

Wenn der erste Punkt für Sie die Motivation ist einen Blog zu betreiben und Sie haben sich für das CMS (Content Management System) WordPress entschieden – herzlichen Glückwunsch, denn:

Google loves WordPress

WordPress ist eine gute Wahl laut Matt Cutts von Google!

Matt Cutts ist der Head of Webspam bei Google inc. Seine Aufgabe ist es algorithmisch als auch „händisch“ Websites aus den Suchergebnissen herauszufiltern die gegen die Richtlinien für Webmaster verstoßen und/oder Websites die nicht legitime Methoden benutzen um besser zu ranken.

Matt Cutts gibt regelmäßig Tipps wie man in Google besser gelistet werden kann. Für Blogs empfiehlt er immer wieder WordPress (nicht das hauseigene Blogger). Nach seiner Aussage macht WordPress 80 bis 90 % der technischen on-site Suchmaschinenoptimierung automatisch. Gemeint ist damit, eine Struktur die es einer Suchmaschine erlaubt, alle Inhalte des Blogs richtig und vollständig zu erfassen und dementsprechend zu indexieren. Das heißt allerdings nicht, dass ein WordPress Blog oder eine auf WordPress basierende Website automatisch rankt. Sie werden im Laufe dieses Artikels sehen, dass noch weit mehr dazu gehört als WordPress als CMS zu benutzen um eine gute Positionierung zu erreichen.

Welches WordPress: .org versus .com

Um Missverständnisse zu vermeiden, möchte ich zunächst einmal zwischen den zwei verschiedenen WordPress Systemen die erhältlich sind differenzieren.

1. WordPress.com
2. WordPress.org

Bei WordPress.com hosten Sie Ihren Blog gratis bei WordPress. Diese Version ist sehr limitiert was Erweiterungen und Konfigurationen angeht. Sie können beispielsweise keine Plugins installieren, was ein wesentlicher Nachteil ist. Die Standard-URL eines solchen Blogs sieht so aus:

http://namedesblogs.wordpress.com

Geht gar nicht! Wenn Sie eine eigene Domain verwenden möchten, kostet das extra. Sie können keine eigene Themes (Designs) verwenden sondern lediglich zwischen den ca. 200 Templates, die WordPress zur Verfügung stellt, wählen. Zugriff und Bearbeitung des Quellcodes ist nicht möglich.

Bei WordPress.org laden Sie das kostenlose WordPress CMS herunter und installieren es auf ihrem eigenen Hosting/Server. Dafür brauchen Sie einen zuverlässigen Hosting-Provider mit PHP Support und der Möglichkeit mindestens eine MySQL Datenbank einzurichten. Im Idealfall lassen Sie sich auch eine dezidierte IP-Adresse zuweisen.

Die eigene IP-Adresse hat Vorteile:

  • Sie benötigen eine dedizierte IP-Adresse um einen eindeutigen Reverse-DNS-Eintrag zu erstellen
  • Sie benötigen eine dedizierte IP-Adresse für die Zuordnung eines SSL-Zertifikats
  • Sie distanzieren Sie sich von anderen Websites auf dem gleichen Server und vermeiden damit mit eventuellen Spammern in einen Topf geworfen zu werden
  • Achten Sie auf eine IP-Adresse aus dem Land Ihrer Zielgruppe (z.B.: Deutschland). Das verschafft Ihnen einen kleinen Vorteil in der jeweiligen Landes-Suchmaschine ( z.B.: google.de versus google.com)

Außerdem müssen Sie bei einer eigenen WordPress-Installation folgendes beachten:

  • Es erfordert etwas mehr technisches Wissen zum Einrichten und Betrieb
  • Sie sind für die Spambekämpfung selbst verantwortlich (mehr dazu weiter unten)
  • Sie müssen sich selbst um die Pflege und die Backups kümmern
  • Sie müssen die Software selbst aktualisieren, wenn eine neue Version erscheint

Was Sie als erstes tun müssen:

  • Richten Sie bei Ihrem Hosting Provider eine MySQL Datenbank ein. Achten Sie dabei auf ein sicheres Passwort von mindestens 10 Zeichen, bestehend aus Buchstaben, Sonderzeichen und Zahlen.
  • Registrieren Sie eine Domain und konfigurieren Sie diese richtig. Nehmen Sie eine Domain die man sich leicht merken kann. Wenn Ihre Zielgruppe Deutsch ist, nehmen Sie eine .de Domain. Es bringt außerdem einen kleinen Vorteil, wenn Ihr wichtigster Suchbegriff im Domainnamen enthalten ist. Aber Vorsicht: Nicht übertreiben! Die Domain sollte maximal einen Bindestrich enthalten. Eine Domain wie www.suchbegriff-suchbegriff-suchbegriff.de sieht nach Webspam aus und wird sich eher negativ auf Ihr Ranking auswirken.
  • Laden Sie das CMS unter www.wordpress.org runter und entpacken Sie es.
  • Laden Sie WordPress per FTP auf Ihren Server. Entsprechende Programme dafür gibt es zum kostenlosen Download im Internet. Ich empfehle Filezila.
  • Rufen Sie die Domain auf – es erscheint eine Eingabemaske.
  • Geben Sie nun die Zugangsdaten Ihrer Datenbank in die Maske ein.

Einen Link zu einer Schritt-für-Schritt-Anleitung mit entsprechenden Screen Shots finden Sie am Ende dieses Artikels unter Quellen und weiterführende Informationen.

Kinderleicht, Sie schaffen das!

So war’s das endlich? Können wir nun loslegen? Nö!

Folgende Dateien müssen Sie noch zur Verfügung stellen:

Robots.txt
Sitemap.xml
htaccess-Datei (falls ein Apache Server eingesetzt wird)
Analytics Code oder Verifizierungsdatei der Webmastertools
Robots.txt

Hier handelt es sich um eine einfache Text-Datei mit Anweisungen an die Suchmaschinen, welche Inhalte oder Verzeichnisse die Crawler NICHT besuchen bzw. „crawlen“ sollen. Außerdem können Sie hier einen Verweis zur Sitemap einbinden. Bei einer WordPress Site sollte das Robots.txt File mindestens folgendes enthalten:

User-agent: *
Disallow: /wp-admin/
Disallow: /wp-includes/
Sitemap: http://www.meinedomain/sitemapindex.xml

Sitemap.xml

Die Sitemap ist eine Liste aller URL´s Ihrer Website in xml Format. Diese Sitemap liegt genau wie die robots.txt Datei im Root-Verzeichnis Ihrer Website / Blogs. In den Webmastertool können Sie nun diese Sitmap bei Google anmelden. Das hilft Google, wirklich alle Ihre Unterseiten zu finden und zu indexieren.

Es gibt einige WordPress Plugins welche die Sitemap nicht nur erstellen sondern auch regelmäßig aktualisieren. Einfach Plugin installieren, die Anleitung lesen und die Einstellungen konfigurieren und fertig. Das Plugin, erstellt dann die Sitemap, ändert das robots.txt entsprechend und lädt beides automatisch in das Root-Verzeichnis Ihres Servers.

Einfacher geht’s wirklich nicht mehr. Das ist ein weiterer Grund warum WordPress das CMS Ihrer Wahl sein sollte: SEO mit WordPress und entsprechenden SEO-Plugins ist wirklich kein Hexenwerk. Sie brauchen nur rudimentäre technische Kenntnisse, die Fähigkeit Anleitung zu lesen und ein paar Gramm Hirn mehr als der Durchschnitt.

Die Google Webmastertools / Google Analytics

Als nächstes melden Sie sich bei den Google Webmastertools sowie bei Google Analytics an. Die Webmastertools geben Ihnen wichtige Informationen und Konfigurationsmöglichkeiten die Sie für erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung Ihres Blogs oder Ihrer Website brauchen.

Zunächst müssen Sie Google bestätigen, dass Sie der Inhaber/Betreiber der Website sind. Dafür laden Sie in den Webmastertools eine kleine HTML Datei herunter und laden diese per FTP in das Root-Verzeichnis Ihrer Website. Wenn Google dieses Dokument findet, sind Sie als Inhaber der Site bestätigt und können die Webmastertools nutzen.

Ein anderer Weg ist: melden Sie die Site bei Google Analytics an, packen Sie den dafür notwendigen Tracking Code in denBereich der Site. Dann verbinden Sie Ihr Google Analytics Konto mit den Webmastertools und sind damit als der Inhaber der Website bestätigt. Wenn Sie Google Analytics als Tracking Tool verwenden brauchen Sie also die Datei von den Webmastertools nicht mehr.

Wichtiger Hinweis zur Verwendung von Google Analytics

Wenn Sie Google Analytics verwenden, achten Sie unbedingt auf datenschutzkonforme Verwendung, ansonsten lauern echt unangenehme Bußgelder auf Sie. Lesen Sie bitte den Artikel meines Kollegen Jens Krügermann über die korrekte und rechtssichere Verwendung von Google Analytics hier. Den Link finden Sie am Ende dieser Anleitung unter Quellen und weiterführende Informationen.

Sie bekommen ab jetzt folgende für SEO relevante Informationen über Ihre WordPress Website:

  • Unter welchen Suchbegriffen Ihr Blog / Website gefunden werden kann.
  • Status der Indexierung Ihrer Seiten und Beiträge
  • Eventuelle Warnungen von Google
  • Crawling Statistiken und nicht erreichbare Seiten
  • Links zu Ihrer Website
  • Manuelle Maßnahmen von Google
  • Interne Links
  • Authorenstatistik
  • HTML Verbesserungsvorschläge
  • Erreichbarkeit von sitemap.xml und robots.txt Datei

Sie finden dort noch viel mehr aber dies sind die wichtigsten Daten die Sie für eine effektive Suchmaschinenoptimierung zwingend benötigen. Ohne diese Informationen tappen Sie im Dunkeln. Stellen Sie sich vor, Sie haben irgendeinen Mist gebaut. Ihre Seite wird abgestraft und Sie wissen nicht warum. Sie wundern sich über Ihr schlechtes Ranking und rätseln was der Grund sein könnte.

Wenn Sie bei den Webmastertools angemeldet sind, bekommen Sie in solch einem Fall eine Nachricht von Google, warum Sie eine Abstrafung erhalten haben und was Sie dagegen unternehmen können. Das spart wertvolle Zeit, denn Sie wissen sofort wo der Fehler ist.

Quellen und weiterführende Informationen:

http://de.support.wordpress.com/com-vs-org/
Vorteile und Nachteile von WordPress.com versus WordPress.org

http://www.blog-mal.de/wordpress-allgemein/wordpress-installieren
Schritt für Schritt Anleitung zur Installation von WordPress mit Screen Shots.

http://www.youtube.com/watch?v=3P-m2cBCJSk
Matt Cutts über WordPress und SEO.

http://elbnetz.com/warum-google-wordpress-liebt/
Warum Google WordPress liebt. Eine Zusammenfassung von Matt Cutts Vortrag bei Wordcamp in San Francisco auf Deutsch.

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