Die schlechten Websites von Existenzgründern

Gleich vorweg ein Wort an alle zart Besaiteten oder schnell Eingeschnappten: Dieser Artikel ist nichts für Sie. Lesen Sie bitte etwas anderes. Das Ganze wird Sie vielleicht ein bisschen an den Stil eines Dr. House erinnern.

Das ist Absicht!

Wenn Sie dennoch weiter lesen, will ich am Schluss keine Klagen lesen, ich habe Sie gewarnt.

Ich rede hier Tacheless.

Es geht in diesem Artikel nicht um Venture Capital Gründungen a la Stefan Uhrenbacher, oder um Internet Start-Ups a la Adcellence. Es geht vielmehr um die staatlich subventionierten, als Selbständige getarnten Arbeitslosen (Hartz 4 AG), die irgendwann zu Unternehmern mutieren wollen.

Ich habe in der letzten Zeit viele Internet Auftritte, auch „Homepage“ genannt, solcher “Existenzen” gesehen. Die meisten haben eines gemeinsam:

Sie sind grottenschlecht!

Man sieht den Seiten regelrecht an, dass der Betreiber von Internet Marketing oder von Kundengewinnung im Internet, nicht die geringste Ahnung hat. Die Fehler die gemacht wurden, wiederholen sich von einem Auftritt zum anderen.

Falls Sie lieber Leser, ein solcher Existenzgründer sind, werden Sie wahrscheinlich denken, das hier betrifft Sie nicht. Sie meinen wohl ich schreibe über die Seiten anderer Leute.

Aber:

die Wahrscheinlichkeit, dass ich genau SIE bzw. genau IHRE „Homepage“ meine, liegt bei 95%.

Ich gebe Ihnen ein paar Beispiele, was so alles falsch gemacht wird. Wenn Sie sich in mindestens zwei dieser Punkt wieder erkennen, dann rede ich genau über IHREN Internet Auftritt.

Meine Webseite muss mir gefallen!

Das ist ganz großer Käse. Ihre Webseite ist nicht ein Bild das Sie in Ihrem Wohnzimmer aufhängen. Ihr Internet Auftritt ist ein Werkzeug mit dem Sie Kunden gewinnen wollen.

Ihre Webseite muss die avisierte Zielgruppe ansprechen. Kennen Sie den Satz: Der Köder muss dem Fisch schmecken nicht dem Angler? Wenn Sie als Angler das nicht einsehen, werden Sie nie Fisch essen und sollten sich schon mal an den Geschmack von Würmern gewöhnen, damit Sie nicht verhungern.

Ich mach’s mir Selbst

Es muss ungeheuer befriedigend sein, wenn man sich die per Webbaukasten selbst fertig gestellte Webseite anschaut. Kann ich verstehen, wir haben als Kinder alle gern was gebastelt und in jedem Erwachsenen steckt ja bekanntlich noch ein großes Kind.

Nur leider ist die Geschäftswelt kein Sandkasten und auch kein Bastel-Club. Sie können das einfach nicht, also lassen Sie es doch bitte von jemand machen der davon was versteht. Schließlich geht es hier um Ihr Geld und nicht um mentale Selbstbefriedigung.

Werbisch

Webseiten von Existenzgründer bieten in der Regel keinen Grund diese Seite nochmal zu besuchen. Es wird dem Besucher kein Mehrwert geboten. Kaum Informationen sind zu finden und Texte wurden nach dem Prinzip “weniger ist mehr” geschrieben.

Tödlich für eine Webseite. Interaktionsmöglichkeiten beschränken sich auf ein Kontaktformular und die Welt des Web 2.0 wird komplett ignoriert!

Die Inhalte sind ausschließlich Werbetexte und Produkt oder Dienstleistungs-Beschreibungen. Die Website erinnert an virtuelle Broschüren oder Flyer, bestenfalls noch an virtuelle Schaufenster.

Meist fangen diese völlig sinn-freien Seiten mit dem Satz: „Willkommen auf XY Webseite“ oder ähnlich überflüssigen Formulierungen an. Fängt Ihre Webseite mit „Willkommen….“ an? Dann stieg die Wahrscheinlichkeit, dass ich über IHRE Webseite schreibe von 95 auf 98 %.

Suchmaschinenignoranz oder Suchmaschinenspam

Eines von beiden oder gar beides,  findet man fast immer auf Internet Auftritten von Existenzgründern.  Mal eine simple Frage an die Herrschaften. Ja, an SIE, der Existenzgründer der sich hier schon lange selbst erkannt hat:
Glauben Sie denn wirklich Google hat all die Jahre nur auf SIE gewartet?

Man könnte es glatt meinen, wenn man sich Ihren, mit Suchbegriffen vollgestopften, keyword meta tag anschaut, wenn man Title tags sieht wie „Homepage“ oder „Startseite“, wenn man im Quelltext sinnlose versteckte Auflistungen von Suchbegriffen findet, wenn man Links unter „Partner“ findet, die zu dubiosen Webverzeichnissen führen.

Aber zumindest sind die Leute in guter Gesellschaft: Der Papst macht es nämlich genau so. Wahrscheinlich weil “Du sollst nicht spammen”, nicht in den 10 Geboten vorkommt.

Lieber Existenzgründer,

manche Firmen geben für Suchmaschinenoptimierung 6-stellige Beträge im Jahr aus, um erfahrene SEO-Profis einzustellen.

Sie glauben doch nicht wirklich, dass Sie als Amateur und als „the new kid on the block“ mit ein paar veralteten Tricks von Ihrem Kumpel aus der Stammkneipe oder einem Internetforum, unter Begriffen wie: Coach, Sales Trainer, Marketing Beratung, Unternehmensberatung, Lebensberatung, Tantra, Büro Service, Werbeagentur usw.…(das sind so die Klassiker) zur Nummer eins in Google werden?

Warum ist das so?

Ganz einfach: Sie haben kein Geld!

Im Businessplan wurde für Internet Marketing nichts eingeplant und der Gründungszuschuss reicht eh gerade mal um den Kühlschrank voll zu bekommen. Gute Webdesigner kosten eben Geld und SEOs kosten noch mehr, Texter auch.

Aber:

Ein schlechter Internet Auftritt kostet noch viel mehr: Er kostet Kunden. Kunden die zum Mitbewerber gehen, weil SIE nicht gefunden werden und wenn doch, die Seite so Scheiße und unglaubwürdig ist, dass der Kunde jede Lust Sie zu kontaktieren verliert.

Was tun?

Als aller erstes: Wenn obige Beschreibung auf Ihren Internet Auftritt zutrifft, dann löschen Sie diesen sofort. Einfach so, ohne lange darüber nachzudenken:

In die Tonne damit!

Wenn Sie, sehr geehrter Vorstandsvorsitzender einer Hartz4 AG, nun sauer sind auf mich, hat es keinen Sinn hier weiter zu lesen. Denn die nun folgenden Tipps, wie Sie dennoch ohne viel Geld oder vielleicht sogar ganz ohne Geld, eine wirkungsvolle Präsenz im Internet haben können, werden Sie nun sowieso nicht mehr aufnehmen.

Wenn Sie aber ins grübeln gekommen sind, lesen Sie bitte weiter:

Die Lösung:

Machen Sie statt dessen einen WordPress Blog, der kostet zwischen gar nix und ca 4.000 Euro je nach Anspruch und Zusatzleistungen. Schreiben Sie ganz Groß über Ihren Blog um was es geht, keine Wortschöpfungen, kein Geschwurbel sondern Tacheless. Es muss drauf stehen was drin ist.

Die On-page SEO macht so ein WordPress Blog von fast alleine. Zumindest URL’s und Seitentitel lassen sich leicht optimieren, notfalls ein kostenloses SEO Plug-In installieren für die Feinarbeit.

Schreiben Sie so viele Artikel über Ihr Thema wie möglich auf Ihrem Blog (im Idealfall einen am Tag, mindestens einen pro Woche) .

Seien Sie informativ, klären Sie auf, überzeugen Sie durch Fachwissen, positionieren Sie sich als Experte. Ja, das ist Arbeit, ich weiß, aber es ist Zeit die Sie in Ihr Geschäft investieren.

Wer schreibt der bleibt und Content ist sowieso King.

Eröffnen Sie ein Twitter account und “tweeten ” Sie jeden Artikel, den Sie auf Ihrem Blog veröffentlichen. Das lässt sich auch ganz gut mit der XING Statusmeldung verknüpfen. Das heißt wenn Sie ihren Artikel in XING per Statusmeldung öffentlich machen, erscheint die Nachricht automatisch auch auf Ihrer Twitter Seite.

Nun suchen Sie in Twitter, andere Accounts die sich mit dem gleichen Thema wie Sie beschäftigen. Diesen folgen Sie dann. Dann schauen Sie, wer den anderen folgt und laden diese ein Ihnen zu folgen.

Das gleiche wie auf Twitter machen sie auch auf Facebook. Gestalten Sie dort eine einfache Fanpage und eröffnen Sie eine Gruppe. Vergessen Sie den Link zu Ihrem Blog nicht – ja ein Link! Diese bewerben Sie natürlich auch auf Ihrem Blog.

Lesen Sie, nein verschlingen und verinnerlichen Sie kritiklos und unvoreingenommen alles was Sie auf meinem Blog finden: Das ist Ihre neue Bibel.

(Die anspruchsvollen Sachen für Fortgeschrittene gibt’s bald per Newsletter gegen Werbe-Optin)

Melden Sie sich in allen Foren und Blogs an, auf denen es um Ihr Thema geht an und nehmen Sie an den Diskussionen teil. Erstellen Sie dort ein aussagekräftiges Profil mit einem Link.

Halleluja, schon wieder ein Link zu Ihrem Blog, wenn das so weiter geht werden Sie noch berühmt.

Verzichten Sie dabei auf reine Werbe-Rostings, sondern antworten Sie als Fachmann/Fachfrau auf alle Fragen, die Sie beantworten können. Sollten Sie eine Frage finden, die Sie auf einem Ihrer Blogartikel beantwortet haben, verlinken Sie zu diesem Artikel .

Hallo die Wald-Fee:

noch ein relevanter Link  – aber nicht übertreiben, sonst geht der Schuss nach hinten los. Viele Fragen in solchen Foren können Sie auch als Idee für einen Blogeintrag nutzen und dann eben entsprechend verlinken. Links sind das wichtigste Kriterium um in Suchmaschinen gute Platzierungen zu bekommen. Melden Sie Ihren Blog auch in hochwertigen Blog-Verzeichnissen an. (Links!!) sowie in interaktiven Verzeichnissen (z.B.: www.yelp.de)

Wenn Sie diese Punkte konsequent umsetzen, werden Sie allerdings auch schon ohne mich viel besser ranken als jetzt. Sie beweisen Ihren potentiellen Kunden, dass Sie was auf dem Kasten haben und gewinnen neue Kunden.

Darauf kommt es ja schließlich an, oder nicht?

 

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